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Zukunft der Personaldienstleistung: Was Dirk Tickert nach 17 Jahren rät – Liebe Zeitarbeit

Dirk Tickert über 17 Jahre TK Personalberatung, Konsolidierung in der Zeitarbeit, KI im Headhunting und was Dich 2026 wirklich wachsen lässt. Jetzt reinhören.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die TK Personalberatung ist seit 2009 am Markt, Dirk Tickert ist seit 2020 alleiniger Gesellschafter und führt heute ein spezialisiertes Team für die Besetzung interner Fach- und Führungskräfte in der Personaldienstleistung.
  • Der Markt steckt in einer harten Konsolidierungsphase. Gewinner sind die Unternehmen, die konsequent auf Spezialisierung, stabile Teams und eine klare Kultur setzen.
  • Vertrieb ist aktuell die am stärksten nachgefragte Rolle, direkt gefolgt von echten Führungskompetenzen auf Niederlassungs- und Regionalebene.
  • Kandidaten wechseln selten wegen 500 Euro mehr. Sie verlassen Führungskräfte und Kulturen, nicht Unternehmen.
  • KI übernimmt Research, Matching und Admin. Den entscheidenden Schritt im Headhunting macht weiterhin der Mensch.

Warum dieses Gespräch jetzt wichtig ist

Dirk Tickert war schon 40-mal in meinem Podcast. Das sagt eigentlich alles. Er ist einer der wenigen in unserer Branche, der aus der Hubschrauberperspektive auf Zeitarbeit und Personaldienstleistung schaut und trotzdem jeden Tag mit beiden Füßen in operativen Projekten steht. Seine TK Personalberatung besetzt seit 17 Jahren interne Fach- und Führungskräfte für Personaldienstleister. Ich habe mittlerweile 25 Jahre Zeitarbeit auf dem Buckel. Mal ehrlich: Wenn so jemand sich hinsetzt und sagt, wie er den Markt 2026 sieht, dann hör ich zu. Und Du solltest das auch.

17 Jahre TK Personalberatung: Welche Entscheidungen wirklich getragen haben

Dirk hat die TK Personalberatung am 2. November 2009 gegründet. Vorher war er von 1996 bis 2009 selbst volloperativ in der Zeitarbeit unterwegs. Mit einem Geschäftspartner ist er zu zweit losmarschiert, 2020 wurde er alleiniger Gesellschafter.

Die wichtigste Entscheidung aus seiner Sicht ist glasklar: Spezialisierung. „Der beste Move war tatsächlich sich ausschließlich auf eine Branche zu konzentrieren”, sagt er. Nichts anderes. Nur Personaldienstleister. Und das zahlt heute mehr ein denn je.

Der zweite Hebel ist das Team. Ein Kollege ist seit 13 Jahren dabei, Director Operations Katharina seit 8 Jahren. Kundenbeziehungen laufen teilweise seit 15 Jahren. Und mehr als eine Handvoll Kandidaten, die Dirk mit Mitte 20 kennengelernt hat, führen heute selbst Unternehmen oder sitzen sogar im Präsidium des GVP. Diese Beziehungsdichte kannst Du nicht kaufen. Die wächst nur über Jahre.

Wie Dirk den Markt 2026 wahrnimmt

Dirk nennt es beim Namen: eine unfassbar starke Konsolidierungsphase. Dienstleister verschwinden, neue Modelle kommen rein, Insolvenzen und Übernahmen gehören zum Alltag. Gleichzeitig sieht er die Zukunftsperspektive der Branche deutlich heller als noch vor einem Jahr.

Was mir seine Auftragslage zeigt: Seit rund sechs Monaten zieht die Nachfrage nach qualifizierten internen Kräften massiv an. Das deckt sich mit dem, was ich aus vielen Geschäftsführer-Gesprächen höre und was auch die GVP-Zahlen andeuten. Es geht wieder nach oben, zumindest spürbar.

Trotzdem bleibt Dirk nüchtern: „Ich kann seit 30 Jahren nicht vorhersehen, was morgen kommt.” Was er aber weiß: In jedem Markt gibt es Gewinner. Und die Gewinner sind die, die während Corona angefangen haben, an Struktur, Ausrichtung und Prozessen zu arbeiten. Die, die den Schmerz ernst genommen haben. Wer jetzt immer noch wartet, hat ein Problem.

Welche Kandidaten derzeit wirklich gesucht werden

Das Bild hat sich klar verschoben. Vor ein paar Jahren war Rekrutierungskompetenz das große Thema. Heute ist es Vertrieb. „Vertrieb ist das, was Dir das Geld in den Tank spült”, sagt Dirk. Und davon ist in vielen Firmen gerade nicht mehr genug drin.

Konkret werden inflationär angefragt:

  • Niederlassungsleiter mit echter Vertriebskraft
  • Regionale und überregionale Vertriebler
  • Vertriebspersonaldisponenten
  • Key Account Manager
  • Operative Geschäftsführer, die unmittelbaren Mehrwert bringen

Dazu kommt ein zweites Thema, das viel zu wenig ernst genommen wird: echte Führung. Dirks These, und ich teile sie zu 100 Prozent: Niederlassungsleiter in unserer Branche sind heute völlig überfordert. Sie sollen Topvertriebler, Führungskraft, Unternehmer, Technologie-Treiber und Marketingkopf gleichzeitig sein. „Das ist nahezu unmöglich.” Viele brechen irgendwann unter dieser Last zusammen. Und die wenigsten haben Führung je gelernt. Sie wurden befördert, weil sie gut verkauft haben. Punkt.

Warum Mitarbeiter wirklich wechseln, und was das mit Kultur zu tun hat

Hier wird es für jeden Inhaber unangenehm, der ehrlich hinschaut. Dirk sagt klar: Die wenigsten wechseln wegen 500 Euro mehr. Die allerwenigsten.

Was wirklich passiert: Mitarbeiter verlassen Führungskräfte, nicht Unternehmen. Sie gehen, wenn sie das Gefühl haben, dass ihr Chef sie nicht mehr wertschätzt, sie mit Themen überfrachtet, die nicht ihr Job sind, oder wenn kein Vertrauen mehr in die Zukunft des Ladens da ist.

Und wenn der Wettbewerber dann 10 Prozent mehr bietet und Du überlegst, wie Du gegenhältst? „Gar nicht mehr. Das Thema ist eigentlich schon erledigt.” Autsch. Aber wahr.

Dirk kennt viele Leute, die unter ihrem Marktwert arbeiten und trotzdem bleiben, weil Kultur stimmt: Vertrauen, positive Fehlerkultur, Bestärken, echtes Interesse an Weiterentwicklung. Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken, sagt er. Das C-Level muss vorleben, was es in der Fläche sehen will. Nicht nur predigen.

Der neue Gehaltsreport 2026: Was Dich erwartet

Der nächste Gehaltsreport der TK Personalberatung startet Mitte Januar bis Anfang Februar 2026 mit der Befragung. Diesmal mit zusätzlichen Partnern, die Zahlen beisteuern. Wie gewohnt völlig anonym und diskret.

Das Ziel: finanzielle Hygiene und Transparenz. Keine 500-Euro-Diskussion, sondern Verhandlungsmasse für interne Fach- und Führungskräfte und eine klare Orientierung für Unternehmen. Ich begleite den Report wie immer medial und werde ihn hier und im Podcast anteasern, sobald die Befragung live geht.

KI im Headhunting: Wo sie hilft und wo sie an die Wand fährt

Beim Thema KI wird Dirk konkret. Research, Datenanalyse, Matching, Dokumentation, Admin, alles was standardisierbar ist, gerät unter Druck. Und das ist auch gut so, weil es die Teams entlastet.

Aber: „Persönliches Vertrauen, Menschenkenntnis, Überzeugungskraft, Beratung” bleiben menschliche Assets. Zumindest für die nächsten Jahre. Ich sehe das genauso. KI hilft Dir, aus 100 Bewerbungen schnell die 20 relevanten zu filtern, statt bei den letzten 80 müde zu werden. KI hilft Dir, Bewerbungen zu bewerten, die selbst mit KI geschrieben wurden. Aber den Kandidaten im Gespräch wirklich lesen, Unwahrheiten erkennen, Fit mit Kultur und Chef prüfen, das macht ein Mensch.

Mein Punkt und Dirks Punkt: Nicht Ersetzen, sondern Ergänzen. Und wer sich davor verschließt, verliert. Der Markt beschäftigt sich damit, ob Du willst oder nicht.

Fazit: Woran Du 2026 Deinen Laden ausrichten solltest

Wenn ich das Gespräch mit Dirk auf einen Satz eindampfen soll: Spezialisieren, Kultur ernst nehmen, Vertrieb stärken, KI einsetzen und trotzdem Mensch bleiben. Die klassische reine Arbeitnehmerüberlassung im Helferbereich wird in 5 bis 10 Jahren so nicht mehr existieren, da sind wir uns einig. Aber qualifizierte Überlassung, Interim Management, Vermittlung, Outsourcing, da liegt richtig viel Musik drin. Dirks Zielbild: In drei Jahren wirtschaftlich stärker, technologisch moderner und für Kunden wertvoller sein. Besser kann man es nicht formulieren.

Häufige Fragen zur Zukunft der Personaldienstleistung

Was macht die TK Personalberatung genau?

Die TK Personalberatung besetzt seit 2009 ausschließlich interne Fach- und Führungskräfte für Personaldienstleister in DACH. Dirk Tickert hat sich konsequent auf diese eine Branche spezialisiert. Das Spektrum reicht vom Personaldisponenten und Recruiter über Niederlassungsleiter und Regionalleiter bis zur operativen Geschäftsführung.

Welche Positionen werden 2026 in der Zeitarbeit am stärksten gesucht?

Laut Dirk Tickert sind Vertriebspositionen aller Ebenen aktuell inflationär gefragt: Vertriebspersonaldisponenten, Key Account Manager, regionale und überregionale Vertriebler sowie vertriebsstarke Niederlassungsleiter. Dazu kommen operative Geschäftsführer mit unmittelbarem Mehrwert. Der Grund ist einfach: Vertrieb spült das Geld in den Tank, und davon ist bei vielen Dienstleistern aktuell zu wenig vorhanden.

Warum wechseln Mitarbeiter in der Personaldienstleistung wirklich?

Die wenigsten wechseln wegen Gehalt. Entscheidend sind fehlende Wertschätzung, Überfrachtung mit sachfremden Aufgaben und mangelndes Vertrauen in die Zukunft des Arbeitgebers. Mitarbeiter verlassen in der Regel Führungskräfte, nicht Unternehmen. Eine starke, vertrauensbasierte Kultur bindet Leistungsträger stärker als jede Gehaltserhöhung.

Wann kommt der nächste Gehaltsreport der TK Personalberatung?

Die Befragung für den neuen Gehaltsreport startet Mitte Januar bis Anfang Februar 2026. Teilnahme ist komplett anonym und diskret. Ziel ist Transparenz zu Gehaltsbändern, Boni, Tantiemen, Provisionen und Beteiligungsmodellen in der Personaldienstleistung, damit Unternehmen und Mitarbeiter eine fundierte Verhandlungsbasis haben.

Wird KI das Headhunting in der Zeitarbeit ersetzen?

Nein. KI übernimmt Research, Matching, Datenanalyse und administrative Aufgaben und wird dort auch Standardleistungen unter Druck setzen. Die entscheidenden Schritte, also Vertrauensaufbau, Menschenkenntnis, kulturelles Matching und die finale Entscheidung, bleiben menschlich. KI ist Verstärker, nicht Ersatz.

Welche Strategie empfiehlt Dirk Tickert mittelständischen Personaldienstleistern?

Entweder konsequent spezialisieren und sich als Lösungsanbieter für ein klares Problem positionieren, oder voll auf Skalierung und Größe setzen. Dazwischen wird es eng. Entscheidend sind laut Tickert ein stabiles Team, eine lebendige Kultur, Offenheit für neue Technologien und die Bereitschaft, Experimente einzugehen, auch wenn mal eines schiefgeht.

Die ganze Folge hören

Diese Episode gibt es als Video auf YouTube, der Embed steht oben in diesem Beitrag. Audio findest Du wie gewohnt auf Apple Podcasts, Spotify, Amazon Music und Deezer. Such einfach nach „Liebe Zeitarbeit” oder direkt nach Episode 934 mit Dirk Tickert.

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