Franchise in der Zeitarbeit: Selbstständig, aber nicht allein – Liebe Zeitarbeit

Franchise in der Zeitarbeit: Warum der Weg in die Selbstständigkeit mit Partner sicherer ist. Christian Losada (Yakabuna) erklärt Modelle, Voraussetzungen und Ablauf.

Franchise in der Zeitarbeit: Der smartere Weg in die Selbstständigkeit

In dieser Folge spreche ich mit Christian Losada, der seit 18 Jahren in der Zeitarbeit unterwegs ist und heute den Franchise-Aufbau der Jakabuna GmbH verantwortet. Das Thema Selbstständigkeit beschäftigt mich selbst seit Jahren – und ich weiß aus eigener Erfahrung, wie einsam der Weg als Gründer werden kann. Franchise ist in der Personaldienstleistung noch ein Nischenmodell, aber gerade im aktuellen Konsolidierungsmarkt eine ernstzunehmende Option. Du bekommst in diesem Artikel einen klaren Blick auf Voraussetzungen, Leistungen, Kosten und den kompletten Ablauf.

Warum Franchise in der Zeitarbeit jetzt relevant wird

Der Markt konsolidiert sich. Nach drei Jahren Rezession und zahlreichen Insolvenzen wird der Kuchen neu verteilt – und genau das eröffnet Chancen für neue Player. Viele Führungskräfte wurden in den letzten Monaten aus großen Personaldienstleistern freigesetzt und stehen jetzt vor der Frage: zurück ins Angestelltenverhältnis oder den Schritt in die Selbstständigkeit wagen?

Christian beschreibt die Motivation hinter dem Franchise-Angebot klar: Bei der Jakabuna, die 2015 als “kleine Limette in Wuppertal” gestartet ist und heute 20 Standorte bundesweit betreibt, wurden Niederlassungsleiter immer als “Unternehmer im Unternehmen” geführt – mit voller Transparenz, eigenen Entscheidungen und wenig Vorgaben. Der Schritt, dieses Modell als Lizenz anzubieten, ist eine logische Fortsetzung.

“Wir haben wenig Vorgaben gemacht und im Prinzip Unternehmer im Unternehmen herangezüchtet.” – Christian Losada

Für Dich als potenziellen Gründer bedeutet das: Du steigst nicht in ein rigides Korsett ein, sondern in ein erprobtes System mit Spielraum.

Für wen eignet sich das Franchise-Modell?

Christian unterscheidet drei klare Zielgruppen:

  1. Branchenaffine Führungskräfte.. Disponenten, Niederlassungsleiter und Regionalleiter, die an der Karriere-Decke anstoßen und den nächsten Schritt gehen wollen. Sie kennen das Geschäft, brauchen aber Mentoring bei Erlaubnisbeantragung, Finanzierung und rechtlichen Hürden.
  2. Bestehende Zeitarbeitsunternehmer.. Wer schon eine eigene Firma führt und unter administrativem Druck ächzt – Teamassistentin gekündigt, Disponent fällt aus – kann sich an das Franchise-System andocken und Strukturen wie Payroll oder Debitorenmanagement nutzen.
  3. Quereinsteiger.. Menschen ohne Zeitarbeits-Background, die unternehmerisch denken. Hier liefert Jakabuna das fehlende Branchenwissen und begleitet Hands-on.

Welche Eigenschaften sollte ein Franchisenehmer mitbringen?

Entscheidend ist laut Christian das Mindset. Vertrieblich aktive “Rampensäue” der Branche passen ebenso gut wie unternehmerisch denkende Quereinsteiger. Wichtig: ein gefestigtes privates Umfeld, Rückhalt vom Partner und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Wer mit Jammer-Haltung über den Markt startet (“Bewerber gibt’s keine, Kunden wollen nicht”), ist in der Selbstständigkeit fehl am Platz.

Welche Leistungen bekommst Du als Franchisenehmer?

Das ist der eigentliche Hebel – und der Punkt, an dem ich selbst in meiner früheren Zeitarbeitsfirma wohl viel Lehrgeld hätte sparen können. Jakabuna liefert ein komplettes Backoffice-Paket:

Als Franchisenehmer entscheidest Du selbst, welche Leistungen Du zubuchen willst. Ein Rundum-sorglos-Paket ist möglich – Pflicht ist es nicht.

Was behältst Du an unternehmerischer Freiheit?

Das ist aus meiner Sicht der entscheidende Unterschied zu vielen anderen Franchise-Modellen in der Branche. Bei Jakabuna entscheidest Du frei über:

Andere Franchisegeber in der Zeitarbeit spezialisieren bewusst auf Medical oder eine andere Nische. Jakabuna bleibt offen. Das macht das Modell auch für erfahrene Unternehmer attraktiv, die ihre Geschäftsidee nicht in ein fremdes Schema pressen wollen .

Wie läuft der Einstieg konkret ab?

Der Prozess ist strukturiert und seriös:

  1. Erstgespräch. Kennenlernen, Bedürfnisse klären, Gründungswille prüfen.
  2. Deep Dive mit vorvertraglicher Aufklärung. Pflicht. Alle Zahlen, Leistungen, inklusive und optionale Bausteine werden offengelegt. Du wirst ausdrücklich aufgefordert, Dich auch bei anderen Anbietern zu informieren.
  3. Bedenkzeit.
  4. Vertragsgestaltung oder Gebietsreservierung. Wer in sechs oder zwölf Monaten gründen will, kann sich ein Gebiet sichern lassen.
  5. Gründungsbegleitung. Von GmbH-Einrichtung über Erlaubnisbeantragung bis hin zum Möbelaufbau begleitet Christian aktiv.

Zur Finanzierung: Es gibt Partner im Netzwerk, die bis zu 100 Prozent Finanzierung ermöglichen – inklusive GmbH-Stammkapital. Auch Beteiligungsmodelle sind möglich. Entscheidend ist die Vorfinanzierung der ersten sechs Monate, bis genug externe Mitarbeiter im Einsatz sind.

Ein kleiner, aber wichtiger Punkt: Die Erlaubnis nach AÜG wird an einer der Agentur-für-Arbeit-Behörden (Kiel, Düsseldorf, Stuttgart) beantragt und dauert realistisch rund drei Monate. Jakabuna hat hier Erfahrungswerte und kann den Prozess beschleunigen .

Häufige Fragen zu Franchise in der Zeitarbeit

Wie viel Eigenkapital brauche ich für ein Zeitarbeits-Franchise?

Das lässt sich nicht pauschalisieren. 10.000 Euro reichen nicht – Du musst GmbH-Stammkapital, laufende Kosten des ersten halben Jahres und Einstiegsgebühren einplanen. Über Partner im Franchise-Netzwerk sind bis zu 100 Prozent Finanzierung möglich, auch Arbeitgeberdarlehen und Fördertöpfe der Agentur für Arbeit kommen in Frage.

Muss ich aus der Zeitarbeit kommen, um Franchisenehmer zu werden?

Nein. Jakabuna nimmt ausdrücklich auch Quereinsteiger auf. Voraussetzung ist unternehmerisches Mindset, Vertriebsaffinität und ein stabiles privates Umfeld. Das Branchenwissen – AÜG, Equal Pay, Erlaubnisverfahren – wird im Onboarding und durch Hands-on-Begleitung vermittelt.

Wie lange dauert es, bis ich als Franchisenehmer starten kann?

Rechne mit rund drei Monaten für die Erlaubnisbeantragung nach AÜG, plus Vertragsgestaltung und Infrastruktur-Setup. Wer schneller starten will, kann über Optionen wie GmbH-Übernahme mit bestehender Erlaubnis verkürzen – Jakabuna hat solche Modelle in der Pipeline.

Welche Branchen darf ich als Franchisenehmer bedienen?

Alle. Im Gegensatz zu spezialisierten Franchisegebern (z. B. rein medizinisch) lässt Jakabuna die Branchenwahl komplett offen. Ob technisch-gewerblich, kaufmännisch, Medical, Pädagogik oder Mischkonzepte – Du entscheidest, wo Du Deinen Markt machst.

Was macht Franchise besser als die eigene Gründung von Grund auf?

Du vermeidest die typischen Anfangsfehler: falsche CRM-Einstellungen, unsichere Musterverträge, fehlende Payroll-Struktur. Du bekommst Sparringspartner, eine etablierte Marke und sofort nutzbare Prozesse. Die Einsamkeit des Gründer-Daseins, die ich selbst erlebt habe, wird durch das Netzwerk anderer Franchisenehmer deutlich abgefedert.

Fazit: Franchise ist kein Selbstläufer, aber ein Sicherheitsnetz

Franchise in der Zeitarbeit nimmt Dir nicht die unternehmerische Verantwortung ab – Vertrieb und Recruiting bleiben Dein Job. Aber es nimmt Dir genau die Themen ab, die abends um 22 Uhr am Küchentisch liegen: Buchhaltung, Abrechnung, Vertragsrecht, IT. Wer mit klarem Mindset, stabilem Umfeld und vertrieblicher Energie startet, hat mit einem Partner wie Jakabuna deutlich bessere Erfolgschancen als im Alleingang. Gerade im aktuellen Marktumfeld, in dem sich der Kuchen neu verteilt, ist das ein strategischer Hebel.

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