Ukrainische Fachkräfte in Deutschland vermitteln: Wie Personaldienstleister mit Profiteam qualifizierte Kandidaten sofort besetzen. Jetzt reinhören.
Das Wichtigste in Kürze
Kennst Du das? Du hast einen Auftrag in der Logistik, brauchst zehn Leute bis übermorgen – und findest keinen. Genau da liegt eine Ressource, die viele Personaldienstleister noch unterschätzen: ukrainische Fachkräfte, die bereits in Deutschland sind und sofort loslegen können. In dieser Folge spreche ich mit Tetiana Rusanovska, Gründerin der Personalvermittlungsagentur Profiteam, wie ihr Team aus der Ukraine heraus qualifizierte Kandidaten deutschlandweit vermittelt – und warum ich das Modell in über 20 Jahren Branche für eines der fairsten halte, das mir untergekommen ist.
Seit 2022 hat sich die Ausgangslage komplett gedreht. Vor dem Krieg hat Profiteam junge Akademiker und Studenten ganz klassisch nach dem Fachkräfte-Einwanderungsgesetz vorbereitet – ruhig, planmäßig, aus der Ukraine heraus. Heute sitzt rund eine Million Ukrainerinnen und Ukrainer in Deutschland. Und das sind keine typischen Arbeitsmigranten.
Tetiana bringt es auf den Punkt: „Sie kommen mit zwei Händen, mit zwei Koffern und wollen das neue Leben anfangen.” Diese Menschen haben sich nicht auf eine Migration vorbereitet. Sie haben keine Sprachkurse besucht, ihre Diplome nicht anerkennen lassen, viele haben in der Ukraine als Ingenieurin, Betriebswirtin oder Lehrer gearbeitet. Rund 70 Prozent haben laut Tetiana Hochschulbildung.
Und genau das ist der Punkt für Dich als Personaldienstleister: Diese Leute sind bereits da. Kein Visum, keine monatelange Wartezeit, keine Botschaftstermine. Sie suchen Arbeit, sie wollen ankommen. Was ihnen fehlt, ist Orientierung – Sprache, Wohnung, ein Ansprechpartner, der ihnen sagt, wie das mit dem Arzt, dem Bus und der Steuer-ID funktioniert. Wer diese Brücke baut, hat Zugriff auf einen Kandidatenpool, den andere gar nicht auf dem Schirm haben.
Ich sag ganz ehrlich: Wenn ich mir das anschaue, was Tetiana und ihr Team abliefern, ist die Vermittlung nur die halbe Miete. „Wenn der Arbeitsvertrag unterschrieben ist, haben wir nur die Hälfte unserer Aufgabe gemacht”, sagt sie im Gespräch. Und das meint sie ernst.
Profiteam übernimmt in der Regel die komplette Wohnungssuche – bundesweit. Köln, München, Hamburg, Kleinstadt in Ostwestfalen, egal. Und dabei stoßen sie auf ein Kulturthema, das bei uns keiner mitdenkt: In der Ukraine sind Wohnungen möbliert. Ein leerer Rohbau als „Zuhause” ist ein Schock. Also organisiert Profiteam auch das drumherum.
Dazu kommt die laufende Betreuung: Wie komme ich zur Arbeit? Wo ist der Hausarzt? Was mache ich, wenn ich krank bin? Was passiert, wenn der Meister mich nicht versteht? Für den Arbeitgeber ist das Gold wert – die Einarbeitung läuft schneller, die Fehlzeiten sinken, und der Kandidat hat jemanden, an den er sich mit „dummen Fragen” auf Ukrainisch wenden kann.
Der Großteil der Vermittlungen landet aktuell in Logistik und Produktion. Klingt erstmal nach Hilfskraft, ist es aber nicht. Tetiana sagt dazu klar: „Das ist eigentlich der Job, den sie machen können jetzt im Moment.” Übersetzt heißt das: Bis die Sprache sitzt und Diplome anerkannt sind, ist das Logistikzentrum der Einstieg. Danach geht es weiter.
Und genau da wird es für Dich als Disponent spannend. Weil die Kandidaten überqualifiziert reinkommen, entwickeln sich viele nach ein bis zwei Jahren zum Schichtleiter oder Linienführer. Früher galt „überqualifiziert = Finger weg”. Bei ukrainischen Kandidaten dreht sich das um: Der Wille, hier Fuß zu fassen, ist so stark, dass die Stelle im Lager der Sprungbrett-Job ist, nicht das Endziel.
Klassisches Beispiel Staplerschein: Ukrainische Führerscheine werden hier nicht anerkannt, und Akademiker haben oft nie einen gemacht. Profiteam organisiert den Kurs mit, koordiniert die Abläufe und stimmt sich mit dem Arbeitgeber ab. Das gleiche gilt für Sprachkurse, Behördengänge, Anerkennungsverfahren. Du als Personaldienstleister musst nicht selbst zum Integrationsberater werden.
Mal ehrlich: Wir wissen alle, wie eng die Margen in der Überlassung sind. Und wir wissen auch, was passiert, wenn ein Kandidat nach einer Woche wieder weg ist. Genau da unterscheidet sich Profiteam von den Vermittlern, die Dir CVs rüberwerfen und dann verschwinden.
Tetiana beschreibt es so: „Wir bauen 10 Jahre langfristige Beziehungen mit unseren Kunden.” Konkret bedeutet das:
Ich hab genug Vermittlungsverträge gesehen, um Dir sagen zu können: Das ist ein Modell, das die Realität der Zeitarbeit anerkennt. Und ich sag es offen – ich halte die Konditionen für das, was Profiteam an Aufwand reinsteckt (Wohnung, Übersetzung, Vorstellungsgesprächs-Begleitung, laufende Betreuung), fast schon für zu günstig. Wenn Du in einer Region eine Vakanz hast, die Du selbst nicht besetzt kriegst – auch 200 Kilometer weg von Deinem Standort – ist genau das der Hebel.
Nicht groß denken, klein anfangen. Nimm eine Vakanz, die Du seit Wochen nicht besetzt kriegst – Logistik, Produktion, gerne auch in einer Stadt, in der Du selbst keine starke Präsenz hast. Meld Dich bei Tetiana, schildere den Fall, lass Dir Profile schicken. Sprich mit dem Kunden vorher offen darüber, dass der Kandidat aus der Ukraine kommt, was das an Zusatznutzen bringt (Zuverlässigkeit, Motivation, Entwicklungspotenzial) und wer die Betreuung übernimmt.
Was Du dazu wissen solltest: Profiteam existiert seit 10 Jahren als Firma, Tetiana selbst hat noch länger Erfahrung als Einzelunternehmerin. Das Team ist digital modern aufgestellt, arbeitet mit KI-Prozessen und hat inzwischen auch eine deutschsprachige Homepage. Das ist kein Bauchladen, das ist ein eingespieltes System.
Nach der Statistik, die Daniel im Podcast anspricht, leben rund eine Million Menschen aus der Ukraine seit Kriegsbeginn 2022 in Deutschland. Etwa 70 Prozent davon haben laut Tetiana Rusanovska einen Hochschulabschluss und bringen Berufserfahrung mit. Der Großteil ist bereits vor Ort und arbeitssuchend.
Aktuell liegt der Schwerpunkt auf Logistik und Produktion, also Logistikzentren, Lagerbetrieb und produzierendes Gewerbe. Der Grund ist pragmatisch: Diese Jobs sind trotz Sprachbarriere und noch nicht anerkannten Diplomen sofort machbar. Mittelfristig entwickeln sich viele Kandidaten weiter zu Schichtleitern oder Linienführern.
Profiteam kümmert sich um Wohnungssuche in ganz Deutschland, Übersetzung, Begleitung beim Vorstellungsgespräch und die komplette Nachbetreuung – von Arztbesuchen bis Behördengängen. Zusätzlich werden fehlende Qualifikationen wie der Staplerschein organisiert, weil ukrainische Führerscheine hierzulande nicht anerkannt werden.
Das Modell arbeitet mit einer risikoärmeren Einarbeitungsphase, in der Kosten stark reduziert oder gar nicht anfallen. Die Provision wird anschließend gestaffelt fällig, nicht als Einmalzahlung. Springt ein Kandidat früh ab, trägt Profiteam das Risiko mit. Das passt zur Kostenstruktur der Zeitarbeit besser als klassische Einmal-Vermittlungshonorare.
Ja, deutschlandweit. Tetiana und ihr Team finden Unterkünfte und Kandidaten sowohl in Köln, München und Hamburg als auch in kleineren Städten und im ländlichen Raum. Gerade für Personaldienstleister, die einen Auftrag außerhalb ihres Stammgebiets bekommen, ist das ein starker Hebel.
Ukrainische Fachkräfte in Deutschland sind kein Randthema mehr, sondern eine der wenigen Ressourcen, die aktuell wirklich Bewegung in den Markt bringen. Wer als Personaldienstleister Zugang zu diesem Pool bekommt, entlastet die Disposition und kann Aufträge annehmen, die er sonst absagen müsste. Tetiana Rusanovska und ihr Team bei Profiteam liefern dafür ein Modell, das ich in dieser Konsequenz selten sehe: faire Konditionen, geteiltes Risiko, komplette Betreuung. Meine klare Empfehlung – einmal anrufen, einen Fall besprechen und selbst ein Bild machen. So uneingeschränkt spreche ich sonst selten eine Empfehlung aus.
Die ganze Folge hören
Die komplette Episode 866 mit Tetiana Rusanovska findest Du auf YouTube (die Videoversion ist oben eingebettet), auf Apple Podcasts, Spotify, Amazon Music und Deezer. Einfach nach „Liebe Zeitarbeit” suchen, Folge 866 auswählen und reinhören – ideal für die Fahrt zum nächsten Kundentermin.